COLOURFUL PENIS - Maria de Alvear


In deze opera gaat het om een spiritueel begrip van mannelijkheid en manwording. “In dit werk heb ik de man gereduceerd tot zijn geslachtsorgaan. Elk personage geeft uiting aan een specifieke karaktereigenschap van een enkel masculien persoon binnen zijn geslachtsorgaan. Ik breid deze metafoor uit met een studie naar de verborgen en ambivalente aard van het individu” vertelt Maria de Alvear over haar opera. Maria de Alvear werd beroemd met haar werken voor orkest zoals “ Sexo” en “World” of “Vagina” voor zang en ensemble. “Colourful penis” wordt uitgevoerd door vocalisten van VocaalLAB en het ensemble Klangart Berlin. De regie is in handen van Anna Malunat.

Colourful Penis /Maria de Alvear

Compositie: Maria de Alvear

VocaalLAB: Romain Bischoff, Bauwien van der meer, Gunnar Brandt-Sigurdsson, Camille Hesketh, Gudrun Burghofer, Elsbeth Gerritsen, Arnout Lems, Job Hubatka

Ensemble Klangart Berlin
Horn: Zoltan Maczai, Daniel Kis
Tuba: Sebastian Kunzke
Piano: Heike Gneiting, Majella-Stockhausen-Riegelbauer
Percussion: Jan Schlichte
Cello: Petra Kießling
Bass: Martin Heinze

Staging: Jan Kattein
Costumes: Miriam Grimm

Camera: Barbara Lubich. Ralf Jakubski
Editing; Barbara Lubich, Boris Bischoff

Sponsored by Kunststiftung RNW and Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Romain Bischoff, Bauwien van der meer, Gunnar Brandt-Sigurdsson, Camille Hesketh, Gudrun Burghofer, Elsbeth Gerritsen, Arnout Lems, Job Hubatka

Ensemble Klangart Berlin
Hoorn: Zoltan Maczai, Daniel Kis
Tuba: Sebastian Kunzke
Piano: Heike Gneiting, Majella-Stockhausen-Riegelbauer
Slagwerk: Jan Schlichte
Cello: Petra Kießling
Contrabas: Martin Heinze

Podium: Jan Kattein
Kostuums: Miriam Grimm

Camera: Barbara Lubich. Ralf Jakubski
Editing; Barbara Lubich, Boris Bischoff

Ondersteund door Kunststiftung RNW en Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

FOTO

TOURDATA

30 september 2008

Festspielhaus Hellerau - Dresden, D :

01 oktober 2008

Festspielhaus Hellerau - Dresden, D :

02 oktober 2008

Festspielhaus Hellerau - Dresden, D :

Dazu huschen die Sänger (phänomenal singend, tanzend, springend: VocaalLAB Nederland) als Minichor oder als Individuen durch die Stuhlreihen, verfangen sich im Gelände.

Dazu huschen die Sänger (phänomenal singend, tanzend, springend: VocaalLAB Nederland) als Minichor oder als Individuen durch die Stuhlreihen, verfangen sich im Gelände.

Ungemein farbenreich setzt sie das sechsköpfige Instrumentalensemble KlangArt Berlin und die Darsteller des ausgezeichneten niederländischen Ensembles VocaalLAB ein.

Colourful Penis, Uraufführung, Opernereignisstudie, Festspielhaus Dresden Hellerau,
22.Tage der zeitgenössischen Musik, Di. 30. Oktober 2008

Mit ihrer Ansicht über die wahren Antriebsgründe menschlicher Entscheidungen hält Maria de Alvear nicht hinterm Berg: Ist schon der Titel ihrer neuen Kammeroper "Colourful Penis" einigermaßen explizit, wird die Spanierin im Beiheft der Uraufführung bei den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik noch deutlicher: Die Sexualität, schreibt sie, sei der mehr oder weniger bewusste Anknüpfungspunkt zwischen der linearen Gedankenwelt und dem im Jetzt lebenden Körper - sprich: die Schaltstelle, die Empfindungen und Gefühle in Entschlüsse umwandelt. Und um nichts anderes als solch einen Entschlussaugenblick geht es in Alvears knapp einstündiger "Opernereignisstudie": Ein Soldat trifft im Wald auf eine Bärin und legt sein Gewehr an. Wird er das Tier erschießen? Eine Sekundenentscheidung, die Alvear virtuos von der Vertikalen auf die horizontale Zeitachse eines musikdramatischen Handlungsverlaufs spiegelt: All die Ahnungen, Erinnerungen und erotischen Assoziationen, die in Wirklichkeit gleichzeitig auf verschiedenen Bewusstseinsebenen aktiviert werden, fügt sie als Episoden locker aneinander, lässt die wunderlichen Gestalten des Unterbewusstseins mal ganz konkret, mal nur schemenhaft Gestalt annehmen. Wie ein spukhafter Reigen tanzen kauzige Wichte, lasziv herausgeputzte Frauen um den Soldaten (mit schmerzensreichem Bassbariton: Romain Bischoff), ballen sich zu orgiastisch verschlungenen Fleischhaufen, lösen sich im helltönenden Nichts hochfrequenter Klangsignale ä la Stockhausen auf, bis die sanft pulsierenden Rhythmen, die diese Hirnkammer-Revue zusammenhalten, schließlich an Dringlichkeit gewinnen und die Entscheidung herbeizwingen.

Dass hier von einem eigentlichen Handlungsfaden keine Rede sein kann, stört nicht. Ganz im Gegenteil: Angesichts der Unzahl an Literatur- und Geschichtsstoffen zeitgenössischer Opern, bei denen die Musik allzu oft zur Illustration verkommt, wirkt Alvears Stück wie eine erfrischende Erinnerung daran, dass Musik auf dem Theater auch ganz andere Freiräume eröffnen kann: Ihre Stärke liegt eben darin, die Komplexität der menschlichen Psyche fühlbar zu machen, statt platte Ursache-Wirkungsketten aufzubauen.

Auch der Sex, um den es der Spanierin geht, tritt nicht als szenische Pornografie, sondern als reine Klangsinnlichkeit in Erscheinung: Ungemein farbenreich setzt sie das sechsköpfige Instrumentalensemble KlangArt Berlin und die Darsteller des ausgezeichneten niederländischen Ensembles VocaalLAB ein, umspielt die kantablen Gesangslinien immer wieder mit verführerischem Diskantgeglitzer und raunenden Tönen von Hörn und Tuba, webt eine dichte Partitur, als ob sich hinter den sichtbaren Episoden noch eine unendliche Vielzahl anderer, kaum merklicher Beweg­gründe verbergen würde.

Ein faszinierendes Stück, das im Festspielhaus Hellerau auch szenisch eine maßstäbliche Umsetzung findet: Hunderte loser, zerfaserter Tauenden lassen Anna Malunat (Regie) und Jan Kattein (Bühne) von der Decke des Saals auf die locker im Raum verteilten Zuschauer und Akteure herunterhängen. Nur in der Mitte verknäulen sie sich um den Soldaten, der kokonartig eingesponnen am Boden liegt. Sind es Lianen oder Nerven? Ist dieser Raum ein Wald oder ein Hirn? In jedem Fall schafft er eine Umgebung, die wunderbar zur Vieldeutigkeit dieses Spiels über Sinn und Sinnlichkeit passt. Parallel zur fortschreitenden Selbsterkenntnis wird sich das Dickicht lang­sam lichten, bis volle Klarheit herrscht. Man will nur hoffen, dass der Sex nicht drunter leidet.
Jörg Königsdorf

Mal sind es drei knapp bekleidete Frauenfiguren aus der prachtvollen Holländischen Sängertruppe VocaalLAB, die sirenenachtig mit lockenden Soprantönen den Mann umgarmen […].